Posterous theme by Cory Watilo

Moderne Webentwicklung

Seit Erfindung des World Wide Webs hat dieses eine weit größere Entwicklung hinter sich, als jedes andere Kommunikationsmedium. Selbst der Fernseher hat sich seit ca. 1959 kommerziellen Bestehens nur sehr schwermütig entwickelt, wobei die innovativsten davon in den letzten 20 Jahre entstanden.

 

Gerne erinnern wir uns noch an die erste Web-Präsenz des "Spiegel" zurück, welche sich auf die wichtigsten Meldungen der Print-Ausgabe in knapper Textform beschränkte. Erst nach und nach wurde daraus das bekannteste Nachrichtenportal Deutschlands. In Zeiten von blinkenden GeoCities Websites und mit Word-Art verzierten Homepages war jedoch die Verbreitung von Internetzugängen noch überschaubar, was natürlich die Investitionen der Verlage und Unternehmen in das Medium hemmte. Doch dies änderte sich zum Glück sehr schnell. So ist es mittlerweile weitgehend problemlos möglich, das TV-Programm über eine VDSL-Leitung zu streamen, während nebenher gesurft werden kann. 

 

Das Web ist mittlerweile allgegenwärtig und verbindet uns nicht mehr nur Zuhause am heimischen Rechner, sondern auch unterwegs auf unseren Smartphones. Es ist ultraschnell, einfach, übersichtlich und nicht mehr wegzudenken. Moderne Technologien und Standards wie CSS 3, HTML 5 und JavaScript-Frameworks vereinfachen die Portierung auf verschiedene Plattformen. Und diese sind vielfältiger geworden. 

Früher bestand für Webentwickler die Hauptaufgabe darin, ihre Inhalte auf 3 verschiedene Browser möglichst gleich aussehen zu lassen. Besonders der Internet Explorer 6 ließ so manchen Entwickler verzweifeln. Heute haben sich Browserhersteller weitgehend auf Standards geeinigt, doch sorgen mobile Devices wie Smartphones und Tablets für neue Komplexität, und so wird es Entwicklern auch in Zukunft nicht langweilig.

 

Doch worauf genau müssen Entwickler in Zukunft ihr Augenmerk legen? Wo liegen die Ansprüche und Herausforderungen? 

Eines ist klar – Webentwicklung muss den Anforderungen der User im günstigsten Fall immer einen Schritt voraus sein. Somit liegt die Challenge darin, innovative Technologien der Browser zu erkennen und daraus neue Produkte zu schaffen. Dabei ist es besonders wichtig, sich und sein Projekt von Außen zu betrachten, aus Sicht des Users. Es gibt vieles, dass erzählt werden will, aber nicht alles ist für den User wichtig. 

 

 

Folgende Kernpunkte sind zukünftig von starker Bedeutung:

 

1. Simplicity

2. Speed

3. Responsive Interaction

4. Portability

5. Intelligence

6. Accessibility

7. Usage

 

 

1. Simplicity

 

Um Usern die Möglichkeit zu geben, sich auf Websites zurecht zu finden, ist das alte Prinzip "Weniger ist mehr" nach wie vor die beste Regel. Einfachheit und Konzentration auf das Wesentliche vermittelt nicht nur das klare Konzept der Website, sondern verhindert zudem Information-Overload. Designer und Entwickler müssen zukünftige Websites so konzipieren, dass sie auf allen Plattformen einfach zu bedienen sind und sich dem Medium anpassen. Auch ein flexibles, skalierbares Layout gehört dazu, da das heutige Angebot an Monitoren von kleinen 11" bis großen 27" Bildschirmen reicht.

 

 

2. Speed

 

Ein Faktor, der häufig in Zeiten vor der DSL-Technologie eine große Rolle spielte. Große Bilder sorgten beispielsweise damals für Ladezeiten jenseits der Nervengrenze. Darum wird der Punkt von einigen Entwicklern heutzutage unterschätzt.  Apple entschied sich aus diesen Gründen beispielsweise gegen den Support für Flash-Seiten, um für bessere Geschwindigkeit auf Seiten zu sorgen, die beispielsweise Flash-Banner oder Videos integrieren und förderte damit direkt die Verbreitung von HTML 5 Elementen. 

Auch heute muss eine Website auf ihre Geschwindigkeit hin optimiert sein. User erwarten dies, mitunter weil alle Anbieter mit superschnellem Internet werben. Selbst User mit mobilen Sticks oder Smartphones erwarten heute die unmittelbare Nutzung der Seite ohne lästiges Laden. 

 

 

3. Responsive Interaction

 

Eine weitgehend neue Entwicklung, die aber eine große Rolle in der Post-PC-Ära spielen wird – Responsive Interaction. Smartphones sind heute weitgehend mit Touch-Displays ausgestattet, Touchpads genießen immer größere Absätze. Das heißt, dass Websites immer mehr und besser auf die direkte Eingabe reagieren müssen. Wenn beispielsweise ein Mausklick auf einen Button erst nach einer Sekunde eine Reaktion auslöst, führt dies beim User zu frustrierenden Interaktionserlebnissen. 

Responsive Interaction heißt jedoch auch, dass Bedienelemente auf der Seite auch auf den Druck eines Fingers optimal reagieren müssen, da immer mehr Touch-Geräte mit Webbrowsern ausgeliefert werden. Dabei müssen auch Elemente wie Schieberegler in die Optimierungen einbezogen und bedacht werden, da bestimmte bestimmte Interaktionen gar nicht mehr möglich sind. Ein Äquivalent zum Mouse-Over ist nicht möglich und auch der Doppelklick wird verschwinden. 

 

 

4. Portability

 

Ein großes Manko sind derzeit noch mobile Websites, obschon fast jeder Top-Manager hauptsächlich mit seinem Smartphone surft. So sind die Hersteller gezwungen, komplette Websites bedienbar zu machen. Was zwar mittlerweile möglich ist, aber noch lange nicht die beste Lösung bedeutet. 

Jede Website sollte eine angepasste mobile Variante haben, und das ohne Inhalte einzubüßen. Eine gute Website ist so konzipiert, dass die mobile Version mindestens genauso bedienbar ist und Spaß macht, wie ihr großer Bruder, und dabei idealerweise auf mobile Besonderheiten eingeht (z.B. Gimmicks, wie Standortabfrage mit Anzeige der Unternehmensfilialen in der Umgebung). 

 

 

5. Intelligence

 

Moderne Websites müssen intelligent sein. Google hat allen gezeigt, wie Systeme intelligent auf den Menschen reagieren können und hat den Prozess immer mehr verbessert. Apple perfektionierte die intelligente Mensch-Maschine-Kommunikation durch einfache Spracheingaben mit dem neuen iPhone 4S und der Siri-Integration. Nun sind Maschinen in der Lage unsere Sprache semantisch zu verstehen und Aufgaben für sich herauszuhören, für welche Sie dann Lösungen anbieten. Diese Entwicklung wird sich im Laufe der nächsten Zeit noch verbessern. 

 

6. Accessibility

 

Barrierefreiheit ist ein weiteres großes Thema für Websites, da bereits viele intelligente Systeme barrierefreie Websites problemlos interpretieren und beispielsweise sehbehinderten Menschen den Zugang zum Internet ermöglichen. Auch hier sind Entwickler gefragt, den Quellcode einer Seite dahingehend zu optimieren, dass Rechner alle Elemente einer Seite perfekt wiedergeben können. 

 

 

7. Usage

 

Websites erfüllen heute Zwecke. Kaum eine Seite schafft es auf die erste Seite in Google, die nicht zweifelsfrei ein Ziel oder entsprechende Relevanz hat und einen Nutzen erfüllt. Dieser Nutzen muss auch dem User klar sein, sobald er die Seite betritt. Produkte, Dienstleistungen oder sonstige Services müssen klar kommuniziert sein. Sollte es sich gar um eine Web-Applikation handeln, gilt auch hier die klare Regel, dass sie funktionieren muss. Auch bei Web-Applikationen sollten alle genannten Punkte erfüllt werden. 

 

 

 

Fazit

 

Modernes Webdesign muss möglichst flexibel sein und stets den User im Fokus haben. Wer schon heute alle Aspekte bedenkt, die zukünftig eine Rolle spielen könnten, sorgt zudem dafür, dass der dadurch entstandene Mehraufwand durch Nachhaltigkeit belohnt wird. Weitere Anpassungen und damit teuere Folgeinvestitionen werden so vermieden.