Posterous theme by Cory Watilo

Die Infector Macher

Die Infector Macher

Wie Matt die Netzwelt eroberte

Sicherlich kennen einige von euch Matthew „Matt“ Harding, den tanzenden Mann aus “Where the Hell is Matt“. Für alle die ihn nicht kennen: Matt ist ein US-Amerikaner aus Connecticut. Bevor er durch die Welt gereist ist, hat er bei den Pandemic Studios als Entwickler für Computerspiele gearbeitet. Nachdem er dort gekündigt hat, begab er sich auf Weltreise und ließ sich dabei filmen, wie er an den unterschiedlichsten Orten der Welt einen selbstkreierten Tanz vorführte. Als er wieder in den USA war, erstellte er einen Film aus den gesammelten Videosequenzen und veröffentlichte diesen auf seiner Homepage. Das Video verbreitete sich wie ein Lauffeuer im Netzt. Der Kaugummihersteller Stride Gum entdeckte dieses Video und sponserte Matt daraufhin weitere Reisen quer durch die ganze Welt. Über 22 Millionen Menschen haben sich dieses Viral-Marketing-Video bereits im Internet angesehen. Mich faszinierd dieses Video immer wieder aufs neue.

Viral-Hit: Schockierende Darstellung eines Autounfalls

Das aktuelle virale Spektakel im Internet heißt „COW“ und wird derzeit millionenfach bei YouTube angeklickt: Die britische Polizei hat in Zusammenarbeit mit professionellen TV-Produzenten ein schockierendes Unfallvideo produziert, dass vor SMS-Schreiben am Steuer warnt.

Das vier-Minuten-Video ist der Trailer zu einem 30-Minuten-Aufklärungsfilm, der bald in englischen Schulen zu sehen sein wird. In dem Trailer wird eine junge Frau gezeigt, die durch das SMS-Tippen am Steuer einen Unfall verursacht, der vier Menschen das Leben kostet. Das Video gehört momentan zu den viralen Hits im Web und wurde auf Broadcast-Niveau produziert.

Ziel der Kampagne ist es, die Menschen zu erreichen und dazu zu bewegen, aus Überzeugung auf das SMS-Schreiben am Steuer zu verzichten. Solche Videos bringen sicher mehr für die Verkehrssicherheit als alle Bussgelder der Welt.

Hier das Video, es sei aber gewarnt: Für allzu empfindsame Menschen ist dies sicher keine leichte Kost.

Die Macht der Mundpropaganda

Werbung hat das Ziel, Massen zu erreichen und zum Kaufen zu animieren. Doch was sind heutzutage die Massenmedien?

Laut Nielsen vertrauen weltweit 90 Prozent der Konsumenten den Ratschlägen von Bekannten, in Deutschland sind es 89 Prozent. An zweiter Stelle des Rankings liegen redaktionelle Inhalte, ihnen vertrauen 76 Prozent der Deutschen, gefolgt von Online-Konsumentenbewertungen mit 67 Prozent (weltweit 70 Prozent). „Der Anstieg von usergeneriertem Content im Internet trägt dazu bei, dass sich Konsumenten noch mehr auf Mundpropaganda verlassen. Dazu bedarf es nun nicht einmal mehr des persönlichen Kontakts“, erklärt Petra Kacnik, Director Nielsen Consumer Research.

Die klassische Werbung büßt also erheblich an Bedeutungen ein. Aber Immerhin: Ihr vertrauen laut Nielsen immerhin noch rund die Hälfte der Konsumenten. Fernsehwerbung liegt vor Printwerbung, gefolgt von Radiowerbung. Schlusslicht bildet - wenn wundert es - die Werbe-SmS, ihnen schenken nur 18 Prozent der Deutschen vertrauen. Für die Nielson-Studie wurden mehr als 25.000 Internet-User in 50 Ländern zu ihrem Vertrauen in unterschiedliche Werbeformen befragt.

Warum ist Mundpropaganda so erfolgreich? Weil gute Freunde wichtig sind. Wir vertrauen persönlichen Empfehlungen von Freunden, denn Freunde können sich aufeinander verlassen. Da Freundschaften aber mehr und mehr über Medien gelebt werden und wir diese oft über soziale Netzwerke wie Facebook pflegen, besitzen wir mit wachsender Freundschaftsliste auch einen wachsenden Bekanntenkreis. Doch auch diesem vertrauen wir stärker als der klassischen Werbung. Selbst anonyme Bewertungen im Internet werden zu Rate gezogen. Wir bauen auf unser Bauchgefühl, abgesichert durch persönliche Meinungen oder anonyme Meinungen in bestimmten Themenforen.

Auf Marken-Websites sucht der Konsument nach anonymen Online-Bewertungen der Produkte durch Gleichgesinnte. Der Nielsen-Studie zufolge vertrauen den Online-Bewertungen Vietnamesen (81 Prozent) am stärksten, gefolgt von Italienern (80 Prozent) sowie Chinesen und Franzosen (jeweils 77 Prozent). Am wenigsten verlassen sich Finnen (50 Prozent) und Argentinier (46 Prozent) auf Online-Bewertungen.

Für Unternehmen bedeutet dies, sich über ihre Website dem Dialog mit den Kunden zu öffnen und diesen zu Suchen. Firmen sollten nicht nur gezielt die Macht der Mundpropaganda einsetzen, sondern in Netzwerken für ihre Marke werben. Motivation sollte aber nicht sein, den potentiellen Kunden manipulieren zu wollen sondern eher, den Austausch über Netzwerke mit den Kunden zu suchen. Dadurch kann Kritik und Anregung der Kunden aufgenommen und produktiv umgesetzt werden - wovon letztlich alle beteiligten profitieren werden.

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Pornographische Fake-Werbung bereitet Sprite nicht viel Freude

Vor einigen Tagen tauchte eine pornographische Fake-Werbung für Sprite auf, die dem Mutterkonzern Coca Cola nicht viel Freude bereitet haben dürfte: Zwei vermeintliche „Sprite“-Spots, die auf Youtube und diversen anderen Portalen zu sehen waren, sind aufgemacht wie Pornofime. In einem wird eine blonde Frau beim oralen Sex gezeigt. Im folgendem spritzt es kräftig - aus einer Flasche Sprit. Dieser Spot geistert zur Zeit durch das Internet, wurde etliche Male bei Youtube herausgenommen und tauchte dann auf anderen Portalen wieder auf. Beiden Videos stiegen zwischenzeitlich zum Mega-Hit bei Youtube auf.

Coca Cola distanzierte sich öffentlich von diesem Werbeclip. «Die Verwendung unseres Produkts Sprite ist nicht autorisiert und vom Inhalt der Spots distanzieren wir uns», sagte eine Sprecherin der Coca Cola GTmbH.

Laut W&V hat der amerikanische Werber und Video-“Genie“ Max Isaacson diesen Spot eingestellt. Die Werbung hat er ohne die Erlaubnis von Coca Cola produziert, wie er jetzt einräumte. In einem Statement ließ er verlauten, dass die Werbung als Witz gedacht war und nicht von Coca Cola autorisiert wurde. Verschiedene Web-Portale in Deutschland sind momentan damit beschäftigt, den Spot auf Anweisung von Coca-Cola aus dem Netz zu nehmen.
Max Isaacson wollte mit dem Spot sicher die Werbetrommel für sich selbst rühren. Ob ihm das gelungen ist oder der Spot nicht nur für Coca Cola nach hinten losgegangen ist, bleibt abzuwarten.

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