Und was ist mit… Adobe Flash?
von Cedric Kastner
2011 war das Jahr der Webstandards. So gut wie alle großen Hersteller haben ihre Browser für den neuen Standard HTML5 fit gemacht und ein Großteil der neuen Features kann ohne gravierende Einschränkungen und plattformübergreifend eingesetzt werden. Hat ein Browser in einem Bereich ein Defizit, kann dies meist mittels JavaScript schnell und einfach ausgemerzt werden.
Viele Köche...
Galt Adobes Flash jahrelang als Standard für interaktive Inhalte im Netz, stehen JavaScript-Bibliotheken, CSS3 und HTML5 diesem in nichts mehr nach. Einzig bei der Integration von Audio und Video hapert es momentan noch. Denn viele Browserhersteller kochen ihr eigenes „Formatsüppchen“ und während die einen MP4/H.264 unterstützen, haben sich andere für OGG/Theora entschieden. Einziger Hoffnungsschimmer ist Google, das den Videocodec VP8 gekauft und unter dem Projektnamen WebM als Opensource veröffentlicht hat.
Alternativen einfach effizienter
Aber auch das geänderte Surfverhalten der Benutzer hat stark dazu beigetragen, dass Flash immer seltener verwendet wird. Mobile Plattformen wie iOS oder Android treten immer mehr in den Vordergrund. Und auch wenn Flash zumindest auf Android verfügbar ist, haben Nutzer und Entwickler längst erkannt, dass sich eine Technologie, die ursprünglich für Maus, Tastatur und Bildschirme optimiert wurde, nicht 1 zu 1 auf mobile Geräte übertragen lässt.
Adobe zieht nach
Auch bei Adobe hat ein Umdenken stattgefunden. Erst im August diesen Jahres hat der Softwarehersteller aus San Jose, Kalifornien, das Animationswerkzeug Edge für HTML5, CSS3 und JavaScript veröffentlicht. Obwohl sich die Software noch immer im Beta-Stadium befindet, wirkt sie erstaunlich ausgereift und erinnert stark an ältere Versionen der Flash-Entwicklungsumgebung.
Transition now!
Wir können davon ausgehen, dass dieser Trend in 2012 weiter anhalten wird. Weniger Flash, mehr offene Standards. Es wird immer mehr Hersteller geben, die Webstandards wieder ernst nehmen und ihre Browser entsprechend erweitern und optimieren. Ohne Frage: Adobe wird Flash nicht von heute auf morgen begraben. Aber wir befinden uns mitten in einem Übergang – einer Transition, wie der Amerikaner so schön sagt.
