Warum die Erde bebt
Kennen Sie Kasem Sedighi? Oder Jen McCreight? Diese beiden waren am Wochenende das Gesprächstema auf Facebook und Twitter. Sedighi lieferte die Vorlage und McCreight hat reagiert. Was passiert ist? Kasem Sedighi ist ein iranischer Kleriker, der bei einem Gebet in einer Teheraner Moschee gesagt haben soll, dass Frauen an Erdbeben Schuld seien. Genauer soll er gesagt haben: "Viele Frauen, die sich nicht angemessen kleiden, verführen junge Männer zur Unkeuschheit und verbreiten Unzucht in der Gesellschaft, was letztendlich zu Erdbeben führt" (Quelle: Spiegel Online)
Jen McCreight dachte sich daraufhin, mal schauen ob das stimmt und hat für heute, den 26. April, ein Experiment angesetzt. Unter dem Titel "Boobquake" hatte sie, zunächst nur auf ihrem Blog und aus Spaß dazu aufgerufen, sich heute so unsittlich zu kleiden, wie man möchte. Ziel dieses Aufrufs war es nachher den Vergleich der Erdbebenstärke zum Durchschnitt zu betrachten und zu sehen, ob das irgendwelche Auswirkungen hatte. Sie selbst glaubt natürlich nicht daran. Am Mittwoch hat sie den Blogbeitrag veröffentlicht und kurz danach haben sich die Hebel des Social Media Universums in Bewegung gesetzt und es gab auf einmal eine Facebook-Seite und jede Menge Buzz bei Twitter.
Hier mal ein Interview mit Jen McCreight.
Die Facebook-Seite hat heute über 40.000 Unterstützer/innen und laut twazzup gibt es momentan um die 350 Tweets pro Stunde, die mit dem Hashtag #boobquake versehen sind. Ganz schön viel Gerede um unzüchtige Frauen also. Natürlich gibt es auch Kritiker der Idee. Zwar stimmen auch die nicht mit Sedighis Aussagen überein, halten jedoch den eingeschlagenen Weg für falsch. Größtenteils handelt es sich dabei um Feministinnen, die statt "Boobquake" lieber "Brainquake" sehen würden. Ihrer Aussage nachen müssen "die Männer" eher vor intelligenten und gebildeten Frauen zittern, statt vor aufreizend gekleideten. Wobei dies den Charakter der haarsträubenden Erdbeben-Theorie meiner Meinung nach nicht genug aufgreift. Man mag von der Boobquake-Aktion halten was man will, aber sie zeigt eindeutig, wie schnell sich Inhalte in Social Media verbreiten und wie einfach man eine große Community bilden kann.
