Gib mir Tiernamen...
Von Tobias Gatzke, SEO-Spezialist
Spricht man mit Leuten, die sich mit Suchmaschinenoptimierung auskennen, fallen häufig die englischen Begriffe „Panda“ und „Penguin“. Dann ist von drastischen Änderungen die Rede. Man müsse schnell was tun, um das Absteigen der Website zu verhindern. Aber was haben Pandas und Pinguine mit dem Ranking in Google zu tun?
Google möchte dem Nutzer immer das bestmögliche Suchergebnis liefern. Dazu setzt Google den hauseigenen Algorithmus ein, der seit Bestehen der Suchmaschine kontinuierlich weiterentwickelt wird. Waren es in den 90er Jahren nur wenige Parameter, die zu einer erfolgreichen Positionierung in den ersten Suchergebnissen führten, ist der Algorithmus heute viel komplexer aufgebaut.
Google imitiert das menschliche Suchverhalten
Der Suchmaschinenriese ist ständig bestrebt, den Algorithmus so gut es geht dem menschlichen Suchverhalten anzupassen. Was dem Nutzer nicht gefällt, gefällt Google in den meisten Fällen auch nicht. Dazu gehören unübersichtlich aufgebaute Websites, Seiten mit zu viel Werbung oder dubiosen Angeboten. Durch die steigende Anzahl der Webpräsenzen und Internetnutzer ist Google gezwungen, die Suchergebnisse immer weiter zu verfeinern und zu verbessern, um die schlechten von den guten Websites zu trennen. Schließlich verdient Google mit guten Suchergebnissen Geld, beziehungsweise mit den Anzeigen (Google Adwords), die um die normalen Suchergebnisse platziert sind.
Alle Änderungen im Überblick
Und hier kommen Panda und Penguin ins Spiel. Die Tiernamen sind nichts weiter als Projektnamen für große, einflussreiche Änderungen am Google Algorithmus. Das Panda Update wurde Mitte 2011 eingespielt, das Penguin Update ist seit April 2012 aktiv. Beide Updates haben die Qualität der Suchergebnisse stark beeinflusst.
Panda Update
Mit dem Panda Update wollte Google vor allem Websites abstrafen, die Inhalte von anderen Websites kopieren, wenig qualitativen Inhalt anbieten und zu viel Werbung im Vergleich zum restlichen Inhalt anzeigen.
Websites, die folgende Kriterien erfüllen, waren vom Panda Update betroffen:
- Mehrere URLs einer Domain weisen den gleichen oder nahezu identischen Inhalt auf
- Mehrere URLs verschiedener Domains weisen den gleichen oder nahezu identischen Inhalt auf
- Seiteninterne dominierende Strukturen (Menü, Footer etc.) nehmen im Verhältnis zum eigentlichen Inhalt zu viel Platz ein
- Die Anzahl und Größe der Werbebanner auf einer Website im Verhältnis zum Inhalt ist zu hoch
Die größten Verlierer des Panda Updates waren die Seiten ciao.de, gutefrage.net, dooyoo.de, ladenzeile.de und wer-weiss-was.de. Diese Websites haben nach dem Panda Update zwischen 48% und 62% ihrer Sichtbarkeit eingebüßt. Dies bedeutet nicht zwangsläufig, dass sie an Traffic verloren haben. Allerdings wurden die Websites nicht so gut in Google indexiert, wie es vor dem Update der Fall war. Insgesamt waren in Deutschland 6-9% aller Suchanfragen betroffen.
Penguin Update
Wurde mit dem Panda Update vor allem der Inhalt einer Seite (OnPage) stärker in die Bewertung mit einbezogen, zielt das Penguin Update auf die OffPage-Faktoren wie Backlinks, Keyword-Links und gekaufte Links ab.
Nach ersten Erkenntnissen sind Websites mit folgenden Kriterien vom Penguin-Update betroffen:
- Gekaufte Links mit exaktem Anchor-Text
- Kommentar-Spam mit Keywords als Name
- Gastbeiträge in Blogs mit auffällig vielen Keyword-Links
- Links aus Artikelverzeichnissen und Link-Netzwerken
- Links von als Spam markierten Seiten
Google will vor allem überoptimierte Websites abstrafen, um die Qualität der Suchergebnisse weiter zu erhöhen. Erhält die Seite mehr als 65% Keyword-Links, ist sie sehr wahrscheinlich ein Kandidat für das Penguin-Update. Die Suchmaschine unterstützt grundsätzlich SEO-Maßnahmen der Website-Betreiber, allerdings sollten sich diese Optimierungen im Rahmen halten (Weitere Infos zum Thema Google und SEO finden sich im Artikel „SEO - ein Hexenwerk?“ in diesem Blog).
Die bisherigen Verlierer des Penguin-Updates sind die Websites tagesgeldvergleich.com, dsl-rechner.de, louis.de, dhd24.com und bon-kredit.de. Die Veränderungen der Sichtbarkeit bewegten sich zwischen 59% und 138%. Diese Ergebnisse beinhalten jedoch auch ein zweites Panda-Update vom 19. April 2012, so dass diese Zahlen nicht voll und ganz dem Penguin-Update vom 24. April 2012 zugeschrieben werden können.
Fazit
Google ist mit Panda und Penguin dem „menschlichen“ Suchalgorithmus wieder ein Stück näher gekommen. Auf Panda und Penguin werden sicherlich noch viele weitere Updates folgen, um die Qualität der Suchergebnisse für den Nutzer zu verbessern.
In der SEO-Szene herrschte nach jedem Update eine große Unsicherheit. Viele waren sich ihrer angewendeten Methoden nicht mehr sicher, manche sprachen gar vom Tod der Suchmaschinenoptimierung.
Wir bei den Wunderknaben schauen jedoch sehr optimistisch in die Zukunft. Google bezweckt mit den Updates, den Index von Websites mit minderwertigem Inhalt und zu viel Werbung zu bereinigen. Google sieht unserer Meinung nach die Suchmaschinenoptimierung weiterhin als wertvolles Instrument, um die Qualität der Websites zu verbessern. SEO ist nicht tot, SEO wurde wiederbelebt.
Wird die Optimierung von Websites weiterhin nach den Richtlinien des Suchmaschinenbetreibers durchgeführt, braucht sich kein Webmaster Sorgen um die Indexierung seiner Seiten zu machen. Guter Content und die intelligente Vernetzung im Netz ist weiterhin wichtig. Als Faustregel gilt: Das, was den Nutzern gefällt, wird auch Google gefallen.
Unsere Maßnahmen erfüllen diese Kriterien und wir dürfen mit Stolz sagen, dass wir bereits vielen Unternehmen zu einer besseren Web Performance verholfen haben. Weitere Informationen zu unseren Leistungen im Bereich der Suchmaschinenoptimierung finden Sie unterhttp://www.wunderknaben.com/online/suchmaschinenoptimierung-seo.html.



